Met – Honigwein mit jahrtausendealter Tradition
Was ist Met?
Met ist vermutlich älter als Bier und Wein zusammen – denn anders als diese braucht er keine Landwirtschaft. Wilder Honig, etwas Regenwasser in einer Baumhöhle und die richtige Temperatur reichen aus, damit spontane Gärung einsetzt. Schon unsere frühesten Vorfahren dürften so zufällig auf das älteste alkoholische Getränk der Menschheit gestoßen sein, lange bevor jemand eine Rebe pflanzte oder Getreide vergor (Wikipedia).
Auch heute, in seiner kultivierten Form, bleibt das Grundprinzip einfach: Honig, Wasser und Hefe. Während der Gärung wandelt die Hefe den natürlichen Zucker des Honigs in Alkohol um. Je nach Rezeptur kommen Gewürze, Kräuter oder Früchte hinzu, wodurch ein erstaunlich breites Geschmacksspektrum entsteht – von fein blumig bis kräftig würzig. Met verbindet die Aromen des Honigs mit den Noten einer klassischen Weinvergärung und erfreut sich sowohl bei traditionellen Festen als auch in der modernen Genusskultur wachsender Beliebtheit.
Wie wird Met hergestellt?
Am Anfang steht die Wahl eines hochwertigen, naturbelassenen Honigs, denn seine Qualität bestimmt maßgeblich das spätere Ergebnis. Dieser wird mit Wasser vermischt, anschließend kommt spezielle Weinhefe hinzu, die den Zucker über mehrere Wochen vergärt. Nach der Gärung wird der Met geklärt und reift danach über mehrere Monate, manchmal auch Jahre, bevor er abgefüllt wird. Je nach Honigsorte, verwendetem Hefestamm und Lagerdauer entstehen dabei sehr unterschiedliche Geschmacksprofile – kein Met gleicht exakt dem anderen, selbst wenn das Grundrezept ähnlich ist.
Wie schmeckt Met?
Der verwendete Honig prägt den Geschmack stärker als bei fast jedem anderen Honigprodukt. Ein Met aus mildem Akazienhonig wirkt zart blumig und leicht, während ein Met aus dunklem Waldhonig oder Kastanienhonig deutlich kräftiger, fast würzig-malzig daherkommt. Dazwischen liegen unzählige Abstufungen, je nachdem, ob Lindenhonig, Sommerhonig oder Heidehonig zum Einsatz kommt. Wer Met zum ersten Mal probiert, ist oft überrascht, wie wenig er mit dem süßen, schweren Honigwein zu tun hat, den man vielleicht erwartet – guter Met ist oft erstaunlich elegant und vielschichtig.
Alkoholgehalt
Der Alkoholgehalt liegt meist zwischen 8 und 14 Volumenprozent, wobei sich viele klassische Honigweine im Bereich von 10 bis 12 % Vol. bewegen. Je nach Herstellungsverfahren sind aber auch höhere Werte möglich.
Welche Honigsorten eignen sich?
Grundsätzlich kann nahezu jeder naturbelassene Honig verwendet werden, doch die Wahl entscheidet über den Charakter des fertigen Mets. Akazienhonig liefert milde, zurückhaltende Noten, Lindenhonig bringt eine angenehme Frische mit, und Waldhonig oder Kastanienhonig sorgen für Tiefe und Würze. Auch Blütenhonig, Frühtrachthonig und Heidehonig finden ihre Liebhaber – wer experimentierfreudig ist, kann mit verschiedenen Sorten arbeiten und so ganz unterschiedliche Met aus dem eigenen Honig entstehen lassen.

Unterschied zwischen Met und Wein
Obwohl Met häufig als Honigwein bezeichnet wird, unterscheidet er sich deutlich vom klassischen Traubenwein. Während bei Wein die Fruchtaromen der jeweiligen Rebsorte dominieren, stehen bei Met die Honignoten im Vordergrund – meist etwas weicher und runder im Antrunk. Beide Getränke entstehen durch alkoholische Gärung, doch ihre Rohstoffbasis und damit ihr Charakter könnten unterschiedlicher kaum sein.
Met warm oder kalt trinken?
Beides hat seinen Reiz. Im Sommer schmeckt Met gut gekühlt bei etwa 8 bis 12 °C und wirkt dann erfrischend leicht. Im Winter wird er häufig leicht erwärmt serviert, auf 45 bis 55 °C, und erinnert dann an Glühwein – Zimt, Nelken oder Vanille verstärken diesen winterlichen Charakter zusätzlich. Wichtig dabei: Met sollte nicht zu stark erhitzt werden, sonst gehen die feinen Honigaromen verloren, die seinen eigentlichen Reiz ausmachen. Dabei wird Met üblicherweise in Wein- oder Kelchgläsern serviert.
Passt Met zu Speisen?
Honigwein harmoniert überraschend vielseitig. Zu Wildgerichten und kräftigem Käse entfaltet er seine würzigeren Seiten, zu Desserts, Nüssen und Schokolade spielt er eher seine süße, runde Seite aus. Auch zu gegrilltem Fleisch oder klassischem Honiggebäck passt er gut – und nicht zuletzt eignet er sich, pur genossen, hervorragend als Aperitif oder Digestif.
Wie lange ist Met haltbar?
Ungeöffnet hält sich Met bei kühler, dunkler Lagerung meist mehrere Jahre, viele Sorten gewinnen durch längere Reifung sogar an Komplexität. Nach dem Öffnen sollte die Flasche im Kühlschrank aufbewahrt und innerhalb weniger Wochen getrunken werden.
Ist Met süß?
Nicht zwangsläufig. Je nach Herstellungsverfahren und Restzuckergehalt reicht die Bandbreite von trocken über halbtrocken und lieblich bis hin zu süß. Wer einen klassischen, eher schweren Honigwein erwartet, wird von einem gut gemachten trockenen Met oft positiv überrascht.
Varianten von Met
Neben dem klassischen Honigwein haben sich zahlreiche Spezialitäten entwickelt:
- Fruchtmet (z. B. mit Kirschen oder Beeren)
- Gewürzmet
- Kräutermet
- Apfelmet
- Kirschmet
- Schlehenmet
- Vanillemet
- Met mit Zimt
- Wintermet
Diese Varianten erweitern das ohnehin breite Geschmacksspektrum noch einmal erheblich.
Met direkt vom Imker kaufen
Viele Imker stellen ihren Honigwein selbst her oder arbeiten dafür mit regionalen Keltereien zusammen. So entstehen hochwertiger Met mit dem charakteristischen Aroma der jeweiligen Honigsorte und Region – etwas, das ein industriell gefertigter Honigwein aus dem Supermarkt kaum bieten kann. Wer regional erzeugten Met kaufen möchte, lohnt einen Blick zu einer Imkerei in der Nähe. Dort gibt es oft nicht nur klassischen Honigwein, sondern auch besondere Eigenkreationen, die man sonst nirgends findet.
Imker aus deiner Wunschregion, die Met oder andere Bienenprodukte herstellen, findest du auf Imker-Finder.de. Wer Honigwein direkt beim Imker kauft, unterstützt damit auch die regionale Imkerei und den Erhalt der Bestäubungsleistung unserer Honigbienen.
Weitere spannende Themen rund um die Imkerei
Wer mehr über die Produkte und die Arbeit eines Imkers erfahren möchte, findet hier weiterführende Themen:
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- Wabenhonig – die ursprünglichste Form des Honigs
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