Honigbonbons und Honiggummibären sind mehr als nur Süßigkeiten
Wenn Menschen an die Produkte einer Imkerei denken, fällt ihnen meist zuerst der klassische Honig ein. Vielleicht kommen noch Bienenwachs, Propolis oder Met in den Sinn. Doch viele Imkereien bieten inzwischen weit mehr an: Aus dem eigenen Honig entstehen zahlreiche Spezialitäten, die den Geschmack der Natur auf neue Weise erlebbar machen. Besonders beliebt sind dabei Honigbonbons und Honiggummibären.
Sie verbinden den unverwechselbaren Geschmack echten Honigs mit dem Genuss einer kleinen Süßigkeit. Ob als Begleiter für unterwegs, als Mitbringsel, als Geschenk oder einfach für zwischendurch – Honigbonbons und Honiggummibären vom Imker erfreuen sich großer Beliebtheit. Viele Imker lassen sie aus ihrem eigenen Honig herstellen und bieten ihren Kunden damit eine attraktive Ergänzung zum Honigglas.
Gerade Menschen, die regional einkaufen und Wert auf hochwertige Lebensmittel legen, entdecken diese Produkte immer häufiger. Sie zeigen, wie vielseitig Honig verwendet werden kann und dass aus einem Naturprodukt weit mehr entstehen kann als nur der klassische Brotaufstrich.
Was sind Honigbonbons?
Honigbonbons sind Bonbons, bei deren Herstellung echter Honig verwendet wird. Im Gegensatz zu gewöhnlichen Bonbons stammt ein Teil der Süße und vor allem das typische Aroma aus Honig. Dadurch entsteht ein angenehm milder Geschmack, der sich deutlich von industriell hergestellten Bonbons unterscheidet.
Viele Menschen verbinden Honigbonbons mit einem wohltuenden Gefühl im Hals. Das liegt vor allem an ihrer langsamen Auflösung im Mund und den häufig verwendeten Zutaten wie Salbei, Thymian oder Propolis. Dennoch sind Honigbonbons in erster Linie ein Lebensmittel und keine Arznei.
Je nach Hersteller und Rezeptur variiert der Honiganteil erheblich. Manche Bonbons enthalten nur wenige Prozent Honig, während hochwertige Bonbons aus kleinen Manufakturen deutlich größere Mengen verwenden. Besonders beliebt sind Bonbons, die mit regionalem Honig eines Imkes hergestellt werden – Honigbonbons vom Imker eben. Dadurch bleibt der Charakter des jeweiligen Honigs erhalten – ähnlich wie bei einem guten Wein, dessen Herkunft den Geschmack prägt.
Wichtiger Hinweis: Aussagen wie ein „wohltuendes Gefühl im Hals“ beschreiben ein subjektives Empfinden, keine medizinische Wirkung. Honigbonbons dürfen nicht mit gesundheitsbezogenen Angaben beworben werden, die nicht durch die EU-Health-Claims-Verordnung zugelassen sind. Selbst traditionelle Bezeichnungen wie „Hustenbonbons“ gelten laut BVL als gesundheitsbezogene Angabe und benötigen im Zweifel eine gesonderte Zulassung. Weitere Informationen dazu bietet das BVL.
Was sind Honiggummibären?
Während Honigbonbons bereits seit vielen Jahrzehnten bekannt sind, sind Honiggummibären noch vergleichsweise selten. Sie verbinden den fruchtigen Geschmack klassischer Gummibärchen mit der feinen Süße von Honig.
Dabei ersetzt Honig einen Teil des sonst verwendeten Zuckers oder Glukosesirups. Dadurch entsteht ein etwas milderes Aroma, das hervorragend zu Fruchtsäften, Beeren oder Zitrusfrüchten passt.
Viele kleine Manufakturen entwickeln heute eigene Rezepturen mit:
● regionalem Honig
● natürlichen Fruchtsäften
● pflanzlichen Aromen
● echten Fruchtpürees
● teilweise sogar ohne künstliche Farb- und Aromastoffe
Auch wenn Honiggummibären meist etwas weicher sind als klassische Fruchtgummis, schätzen viele Menschen gerade ihre natürliche Geschmacksnote.
Warum enthalten Honigbonbons trotzdem Zucker?
Diese Frage stellen viele Kunden am Verkaufsstand eines Imkers. Die Antwort überrascht zunächst: Reiner Honig allein eignet sich nicht zur Herstellung klassischer Bonbons.
Honig besteht ungefähr aus:
- Fruchtzucker
- Traubenzucker
- etwa 17 bis 20 Prozent Wasser
- Enzymen
- Mineralstoffen
- organischen Säuren
- zahlreichen Aromastoffen
Für ein hartes Bonbon muss die Zuckermasse jedoch auf Temperaturen von rund 145 bis 150 Grad Celsius erhitzt werden. Damit ein Bonbon später seine typische feste Konsistenz erhält, wird zusätzlich Haushaltszucker oder Glukosesirup benötigt. Der Honig sorgt anschließend für Geschmack und Aroma.
Deshalb enthalten nahezu alle Honigbonbons sowohl Honig als auch Zucker. Das ist kein Qualitätsmangel, sondern technisch notwendig.
Ähnlich verhält es sich bei Honiggummibären. Auch hier übernimmt Honig zwar einen Teil der Süße, kann den Zucker aber nicht vollständig ersetzen. Andernfalls würden Konsistenz, Haltbarkeit und Geschmack deutlich leiden.
Von der Bienenwabe zur Süßigkeit
Die Idee, Honig in Süßwaren zu verwenden, ist keineswegs neu. Bereits lange bevor industrieller Zucker in Europa alltäglich wurde, galt Honig als wichtigste natürliche Süße. Schon im alten Ägypten, in Griechenland und im Römischen Reich wurden Speisen mit Honig gesüßt.
Mit der zunehmenden Verfügbarkeit von Zucker entwickelte sich später die Bonbonherstellung. Schon im 19. Jahrhundert entstanden die ersten Bonbons, bei denen Honig als geschmackgebende Zutat verwendet wurde. Besonders in der Erkältungszeit erfreuten sie sich großer Beliebtheit.
Heute greifen viele kleine Bonbonmanufakturen diese Tradition wieder auf und kombinieren sie mit regionalem Honig. Dadurch entstehen hochwertige Spezialitäten, die häufig direkt über Imkereien, Hofläden oder Wochenmärkte verkauft werden.
Warum bieten immer mehr Imker Honigbonbons an?
Nicht jede Imkerei produziert ausschließlich Honig. Viele Betriebe erweitern ihr Sortiment bewusst um weitere Bienenprodukte. Honigbonbons gehören dabei zu den beliebtesten Ergänzungen.
Dafür gibt es mehrere Gründe.
Ein weiteres Produkt für Honigliebhaber
Manche Kunden kaufen nur selten ein Glas Honig. Ein kleines Tütchen Honigbonbons ist dagegen oft ein spontaner Mitnahmeartikel. Dadurch entdecken neue Kunden den Geschmack regionalen Honigs und kommen später vielleicht auch für ein Honigglas wieder.
Ein ideales Geschenk
Honigbonbons eignen sich hervorragend als kleines Mitbringsel. Sie lassen sich gut verschenken, sind lange haltbar und passen problemlos in jede Tasche.
Perfekt für Märkte
Auf Wochenmärkten oder Weihnachtsmärkten möchten Besucher häufig verschiedene Produkte probieren. Während ein Honigglas meist eine größere Kaufentscheidung ist, greifen viele spontan zu Bonbons oder Gummibären.
Werbung für die eigene Imkerei
Viele Imker lassen Bonbons aus ihrem eigenen Honig herstellen und versehen die Verpackung mit ihrem Logo. So entsteht ein individuelles Produkt, das den Namen der Imkerei weit über den eigentlichen Honigverkauf hinaus bekannt macht.
Honigbonbons aus regionalem Honig
Gerade regionaler Honig macht den besonderen Reiz dieser Bonbons aus. Je nachdem, welche Pflanzen die Bienen besucht haben, verändert sich auch das Aroma.
Einige Beispiele:
- Frühlingshonig sorgt für einen besonders milden Geschmack.
- Sommerblütenhonig bringt eine blumige Note mit.
- Lindenhonig besitzt ein leicht frisches Aroma.
- Kastanienhonig verleiht den Bonbons eine kräftige, herbe Geschmacksrichtung.
- Waldhonig sorgt für würzige, malzige Nuancen.
So können selbst Honigbonbons die Vielfalt verschiedener Trachten widerspiegeln.
Kleine Süßigkeit – großer Genuss
Honigbonbons und Honiggummibären zeigen eindrucksvoll, wie vielseitig Honig eingesetzt werden kann. Sie verbinden traditionelles Handwerk mit moderner Lebensmittelherstellung und machen den Geschmack regionaler Imkereien auch außerhalb des Honigglases erlebbar.
Ob als Geschenk, als kleine Aufmerksamkeit oder einfach für den eigenen Genuss – sie gehören inzwischen zum Sortiment vieler Imkereien und sind eine beliebte Möglichkeit, hochwertigen Honig auf eine ganz neue Art zu entdecken.
Im nächsten Abschnitt werfen wir einen Blick hinter die Kulissen der Herstellung und zeigen Schritt für Schritt, wie Honigbonbons entstehen. Außerdem findest du dort ein ausführliches Rezept zum Selbermachen sowie zahlreiche Tipps und Varianten mit Salbei, Propolis, Ingwer oder Minze.
Honigbonbons selber herstellen – so entsteht die süße Spezialität aus Honig
Nachdem wir im ersten Teil erfahren haben, was Honigbonbons auszeichnet und warum sie bei vielen Imkern zum Sortiment gehören, werfen wir nun einen Blick hinter die Kulissen der Herstellung. Tatsächlich lassen sich Honigbonbons mit etwas Übung auch in der heimischen Küche herstellen. Gleichzeitig zeigt der Herstellungsprozess, warum viele Imker ihre Bonbons von einer spezialisierten Bonbonmanufaktur fertigen lassen.
Eines haben beide Wege gemeinsam: Am Anfang steht immer ein hochwertiger Honig.
Was passiert bei der Herstellung von Honigbonbons?
Die Herstellung von Bonbons basiert auf einem einfachen Prinzip: Zucker wird zusammen mit etwas Flüssigkeit erhitzt, bis fast das gesamte Wasser verdampft ist. Erst dadurch entsteht die typische harte, glasartige Konsistenz eines Bonbons.
Honig bringt allerdings eine Besonderheit mit. Er besteht nicht nur aus verschiedenen Zuckerarten, sondern enthält auch Wasser, Enzyme, Mineralstoffe und zahlreiche natürliche Aromastoffe. Diese machen ihn zu einem besonderen Lebensmittel, reagieren jedoch empfindlich auf hohe Temperaturen.
Deshalb besteht die Kunst darin, den Honig so einzusetzen, dass möglichst viel seines feinen Aromas erhalten bleibt und gleichzeitig ein stabiles Bonbon entsteht.
Warum Honig nicht alleine ausreicht
Viele Menschen glauben, Honig könne Zucker vollständig ersetzen. Für einen Kuchen oder Tee funktioniert das häufig problemlos. Bei Bonbons sieht die Situation jedoch anders aus.
Der Wassergehalt von Honig liegt je nach Sorte meist zwischen 16 und 20 Prozent. Würde man ausschließlich Honig erhitzen, bliebe die Masse weich oder würde beim Abkühlen klebrig werden.
Haushaltszucker übernimmt deshalb eine wichtige Aufgabe. Er sorgt dafür, dass die Bonbonmasse beim Abkühlen hart und lange haltbar wird. Der Honig steuert vor allem seinen unverwechselbaren Geschmack und sein feines Aroma bei.
Das bedeutet: Gute Honigbonbons vom Imker bestehen immer aus einer ausgewogenen Mischung aus Zucker und Honig.
Welche Honigsorten eignen sich besonders?
Grundsätzlich lässt sich nahezu jeder Honig verwenden. Dennoch unterscheiden sich die Bonbons später deutlich im Geschmack.
Frühtrachthonig
Ein milder Frühlingshonig ergibt angenehm süße Bonbons mit einem dezenten Blütenaroma. Diese Variante kommt bei Kindern meist besonders gut an.
Sommerblütenhonig
Sommerblütenhonig sorgt für einen intensiveren und blumigeren Geschmack. Er gehört zu den beliebtesten Sorten für klassische Honigbonbons.
Lindenhonig
Lindenhonig besitzt eine leicht frische, fast schon kühl wirkende Note. Zusammen mit Salbei oder Minze entstehen daraus besonders aromatische Bonbons.
Waldhonig
Kräftiger Waldhonig bringt eine würzige, leicht malzige Geschmacksrichtung mit. Solche Bonbons sprechen vor allem Erwachsene an.
Kastanienhonig
Kastanienhonig sorgt für eine herbe, charaktervolle Note und eignet sich hervorragend für Feinschmecker, die kräftige Aromen mögen.
Welche Ausrüstung wird benötigt?
Für kleine Mengen genügt eine normale Küchenausstattung.
Hilfreich sind:
- ein Topf mit dickem Boden
- ein Kochlöffel aus Holz oder Silikon
- ein Zuckerthermometer
- eine hitzebeständige Silikonmatte oder Backpapier
- Bonbonformen oder ein scharfes Messer
- hitzebeständige Handschuhe
- Backpapier zum Verpacken
Vor allem das Zuckerthermometer erleichtert die Herstellung erheblich. Schon wenige Grad Unterschied entscheiden später darüber, ob die Bonbons weich oder angenehm hart werden.
Das Rezept für klassische Honigbonbons
Zutaten
- 200 g Zucker
- 80 g flüssiger Honig
- 50 ml Wasser
- 1 Teelöffel Zitronensaft
Nach Belieben zusätzlich:
- fein gemahlene Propolis
- Salbeiextrakt
- Ingwersaft
- Pfefferminzöl
- Zitronenöl
- Orangenöl
- gemahlene Vanille
Schritt für Schritt zum Honigbonbon
1. Zucker auflösen
Zucker und Wasser werden in einen Topf gegeben und langsam erhitzt. Dabei genügt gelegentliches Umrühren, bis sich der Zucker vollständig gelöst hat.
2. Honig hinzufügen
Nun wird der Honig eingerührt.
Ab diesem Zeitpunkt sollte die Masse möglichst wenig bewegt werden. Zu starkes Rühren kann später dazu führen, dass der Zucker auskristallisiert und die Bonbons eine raue Oberfläche bekommen.
3. Die Bonbonstufe erreichen
Jetzt beginnt der wichtigste Teil.
Die Masse wird langsam auf etwa 145 bis 150 °C erhitzt. In der Zuckerherstellung spricht man von der sogenannten Bonbonstufe oder Hard-Crack-Stufe.
In diesem Temperaturbereich ist nahezu das gesamte Wasser verdampft. Beim Abkühlen entsteht die typische harte Konsistenz.
Wer kein Thermometer besitzt, kann eine kleine Probe in kaltes Wasser tropfen lassen.
Lässt sich daraus sofort ein harter, spröder Tropfen formen, ist die richtige Temperatur erreicht.
Temperatur ist so wichtig
Ist die Temperatur zu niedrig,
- bleiben die Bonbons weich,
- kleben später zusammen,
- lösen sich schneller auf.
Ist sie dagegen deutlich zu hoch,
- karamellisiert der Zucker stärker,
- der Honig verliert einen Teil seiner feinen Aromen,
- die Bonbons schmecken leicht verbrannt.
Eine gleichmäßige Temperatur ist deshalb der wichtigste Erfolgsfaktor.
Aromen erst zum Schluss hinzufügen
Viele natürliche Aromen sind ebenfalls hitzeempfindlich.
Deshalb werden Zutaten wie
- Pfefferminzöl
- Zitronenöl
- Ingwersaft
- Propolis
- Salbei
erst kurz vor dem Ausgießen eingerührt.
Dadurch bleiben Geschmack und Duft deutlich intensiver erhalten.
Die Bonbonmasse ausgießen
Die fertige Masse wird vorsichtig auf eine Silikonmatte oder auf Backpapier gegossen.
Nun beginnt alles sehr schnell.
Je nach gewünschter Form gibt es mehrere Möglichkeiten:
- mit einem Messer Quadrate einschneiden
- kleine Stücke mit einer Schere abschneiden
- Bonbonformen verwenden
- kleine Kugeln rollen (nur mit hitzebeständigen Handschuhen und etwas Übung)
Nach wenigen Minuten wird die Masse fest.
Bonbons richtig auskühlen lassen
Nach dem Erkalten lassen sich die Bonbons vorsichtig voneinander trennen.
Sollten sie leicht aneinanderhaften, hilft etwas:
- Puderzucker
- Speisestärke
Dadurch bleiben die Bonbons auch in der Verpackung besser voneinander getrennt.
Kreative Varianten für Honigbonbons
Der große Vorteil selbst hergestellter Honigbonbons liegt darin, dass sich nahezu jede Geschmacksrichtung individuell entwickeln lässt.
Beliebte Kombinationen sind:
Honig & Salbei
Der Klassiker für die kalte Jahreszeit.
Honig & Ingwer
Leicht scharf, angenehm würzig und besonders beliebt bei Erwachsenen.
Honig & Propolis
Eine Spezialität vieler Imkereien. Propolis besitzt ein kräftiges, harziges Aroma und sollte sparsam dosiert werden.
Honig & Zitrone
Frisch, fruchtig und besonders im Sommer beliebt.
Honig & Pfefferminze
Eine angenehm frische Variante mit kühlender Geschmacksnote.
Honig & Orange
Passt hervorragend in die Advents- und Weihnachtszeit.
Honig & Zimt
Ein winterlicher Klassiker mit weihnachtlichem Duft.
Wie lange sind Honigbonbons haltbar?
Durch ihren sehr geringen Wassergehalt sind Bonbons erstaunlich lange haltbar.
Trocken, kühl und lichtgeschützt gelagert, behalten sie ihre Qualität meist sechs bis zwölf Monate.
Entscheidend ist weniger der Honig als vielmehr die richtige Lagerung. Feuchtigkeit aus der Umgebung kann dazu führen, dass die Oberfläche klebrig wird oder die Bonbons zusammenhaften.
Am besten eignen sich:
- gut schließende Gläser
- Metall- oder Blechdosen
- verschweißte Beutel
- Cellophantüten mit Clipverschluss
Lohnherstellung – der Weg vieler Imkereien
Obwohl sich Honigbonbons grundsätzlich selbst herstellen lassen, entscheiden sich viele Imker für die Zusammenarbeit mit einer Bonbonmanufaktur.
Dafür gibt es gute Gründe:
- gleichbleibende Qualität
- professionelle Produktionsanlagen
- individuelle Rezepturen
- hygienische Herstellung
- attraktive Verpackungen
- größere Produktionsmengen
Der Imker liefert dabei seinen eigenen Honig an die Manufaktur. Aus diesem entstehen anschließend Bonbons, die unter dem Namen der Imkerei verkauft werden können. So bleibt der regionale Charakter des Honigs erhalten, während die Herstellung in erfahrenen Händen liegt. Imkereien, die dem Deutschen Imkerbund angehören, orientieren sich dabei häufig zusätzlich an dessen Qualitätsrichtlinien für die Vermarktung von Honig und Honigprodukten.
Ein kleines Produkt mit großer Wirkung
Honigbonbons zeigen eindrucksvoll, wie vielseitig regionaler Honig verwendet werden kann. Sie verbinden traditionelles Imkerhandwerk mit moderner Lebensmittelherstellung und sind für viele Kunden der erste Kontakt mit einer Imkerei.
Im nächsten Abschnitt widmen wir uns einer noch jüngeren Spezialität: Honiggummibären. Du erfährst, wie sie hergestellt werden, warum ihre Konsistenz ganz anders entsteht als bei Bonbons und wie du mit einem einfachen Rezept deine eigenen Honiggummibären herstellen kannst. Außerdem zeigen wir eine vegane Variante ohne Gelatine sowie Tipps für Haltbarkeit und Aufbewahrung.
Honiggummibären selber herstellen – wenn Fruchtgummi auf Honig trifft
Während bei Honigbonbons alles um Hitze und die richtige Zuckerstufe kreist, funktioniert die Herstellung von Honiggummibären nach einem völlig anderen Prinzip. Statt Karamellisierung steht hier das Gelieren im Mittelpunkt – und genau das macht Honiggummibären zu einer spannenden Ergänzung für jede Imkerei, die ihr Sortiment erweitern möchte.
Was passiert bei der Herstellung von Honiggummibären?
Klassische Gummibärchen bestehen im Kern aus einer Mischung aus Zucker, Glukosesirup, Fruchtsaft oder Fruchtpüree sowie einem Geliermittel. Für Honiggummibären wird ein Teil des Zuckers oder Glukosesirups durch Honig ersetzt.
Anders als bei Bonbons muss die Masse dabei nicht auf 145 bis 150 °C erhitzt werden. Meist genügen Temperaturen deutlich unter 100 °C, um Geliermittel und Zutaten miteinander zu verbinden. Das ist ein großer Vorteil für den Honig: Sein feines Aroma bleibt dadurch besser erhalten als bei der Bonbonherstellung.
Warum Honiggummibären anders funktionieren als Honigbonbons
Die typische weich-elastische Konsistenz eines Gummibärchens entsteht nicht durch Verdampfen von Wasser, sondern durch ein Geliermittel, das die Flüssigkeit in eine feste, aber nachgiebige Struktur bindet. Honig und Zucker allein könnten diese Struktur nicht erzeugen – dafür braucht es Gelatine oder eine pflanzliche Alternative.
Das bedeutet gleichzeitig: Wer die Konsistenz seiner Honiggummibären selbst steuern möchte, tut das nicht über die Temperatur, sondern über die Menge des Geliermittels.
Gelatine oder pflanzliche Alternative?
Für die Wahl des Geliermittels gibt es zwei gängige Wege.
Gelatine (klassisch)
Tierische Gelatine aus Rinder- oder Schweineknochen ist das traditionelle Geliermittel für Fruchtgummi. Sie sorgt für die typische, leicht kaubare Konsistenz und lässt sich gut dosieren.
Pektin oder Agar-Agar (vegan)
Für eine vegane Variante eignen sich Apfelpektin oder Agar-Agar, ein Geliermittel aus Rotalgen. Beide Alternativen benötigen im Gegensatz zu Gelatine ein kurzes Aufkochen, um ihre Gelierkraft zu entfalten, und ergeben eine etwas festere, weniger elastische Konsistenz als klassische Gummibärchen.
Welche Ausrüstung wird benötigt?
Auch für Honiggummibären reicht eine überschaubare Küchenausstattung:
- ein kleiner Topf
- ein Schneebesen
- eine Silikonform für Gummibärchen oder kleine Motive
- eine Pipette oder ein kleiner Messbecher zum Befüllen der Formen
- ein Kühlschrank zum Festwerden der Masse
Das Rezept für klassische Honiggummibären (mit Gelatine)
Zutaten
- 100 ml Fruchtsaft, z. B. Apfel-, Trauben- oder Beerensaft
- 40 g flüssiger Honig
- 20 g Zucker
- 6 Blatt Gelatine (ersatzweise 18 g gemahlene Gelatine)
- 1 Teelöffel Zitronensaft
Schritt für Schritt zum Honiggummibär
1. Gelatine einweichen
Die Gelatineblätter werden für etwa 5 Minuten in kaltem Wasser eingeweicht, bis sie weich sind.
2. Saft, Honig und Zucker erwärmen
Fruchtsaft, Honig, Zucker und Zitronensaft werden in einem Topf leicht erwärmt, bis sich der Zucker vollständig aufgelöst hat. Die Mischung sollte dabei nicht kochen.
3. Gelatine auflösen
Die ausgedrückte Gelatine wird vom Herd genommen in die warme Fruchtsaft-Honig-Mischung eingerührt, bis sie sich vollständig aufgelöst hat.
4. In Formen füllen
Die Masse wird vorsichtig – am besten mit einer Pipette oder einem kleinen Messbecher – in die Silikonform gegossen.
5. Kühlen und stürzen
Die Form wandert für mindestens 3 Stunden, besser über Nacht, in den Kühlschrank. Anschließend lassen sich die Honiggummibären vorsichtig aus der Form lösen.
Vegane Variante ohne Gelatine
Wer auf tierische Gelatine verzichten möchte, kann Honiggummibären auch mit Agar-Agar herstellen.
Zutaten (vegan)
- 100 ml Fruchtsaft
- 40 g flüssiger Honig
- 2 Teelöffel Agar-Agar-Pulver
- 1 Teelöffel Zitronensaft
Für die Zubereitung wird das Agar-Agar-Pulver zunächst mit einem Teil des kalten Fruchtsafts glattgerührt. Anschließend wird die Mischung zusammen mit dem restlichen Saft und dem Zitronensaft unter Rühren etwa 2 Minuten lang aufgekocht – nur so entfaltet Agar-Agar seine volle Gelierkraft. Erst danach wird der Topf vom Herd genommen und der Honig eingerührt, damit seine Aromen möglichst erhalten bleiben. Der weitere Ablauf entspricht der klassischen Variante: in Formen füllen, kühlen, stürzen.
Vegane Honiggummibären werden durch Agar-Agar meist etwas fester als die Gelatine-Variante, verlieren dadurch aber nichts an Geschmack.
Wie lange sind Honiggummibären haltbar?
Anders als Honigbonbons enthalten Honiggummibären deutlich mehr Feuchtigkeit und sind daher spürbar kürzer haltbar. Im Kühlschrank, in einer gut verschlossenen Dose aufbewahrt, halten sie sich in der Regel etwa zwei bis drei Wochen.
Bei Zimmertemperatur werden sie schneller weich und klebrig, weshalb eine kühle Lagerung empfehlenswert ist. Wer größere Mengen herstellt, kann Honiggummibären portionsweise auch einfrieren.
Kreative Varianten für Honiggummibären
Auch bei Honiggummibären lässt sich mit der Rezeptur spielen:
- verschiedene Fruchtsäfte für unterschiedliche Geschmacksrichtungen kombinieren
- kleine Stücke echter Früchte oder Beeren mit eingießen
- mehrere Farbschichten nacheinander in die Form gießen
- milde Kräuteraufgüsse wie Kamille oder Hibiskus statt eines Teils des Fruchtsafts verwenden
So entstehen individuelle Honiggummibären, die genauso gut zur eigenen Imkerei-Marke passen wie klassische Honigbonbons vom Imker.
Ein süßer Trend mit Zukunft
Honiggummibären zeigen, dass Honig weit mehr kann als nur süßen. Sie verbinden die fruchtige Leichtigkeit klassischer Gummibärchen mit dem natürlichen Charakter regionalen Honigs – und bieten Imkereien eine moderne, junge Zielgruppe abseits des klassischen Honigglases.
Ob mit Gelatine oder als vegane Variante mit Agar-Agar: Wer die Grundprinzipien einmal verstanden hat, kann mit wenigen Zutaten immer neue Geschmackskombinationen entwickeln – ganz gleich, ob für den eigenen Genuss, als Geschenk oder als neues Produkt im Sortiment der Imkerei.
Häufig gestellte Fragen zu Honigbonbons und Honiggummibären
Sind Honigbonbons gesünder als normale Bonbons?
Honigbonbons enthalten wie klassische Bonbons Zucker und liefern damit ähnlich viele Kalorien. Der Unterschied liegt vor allem im Geschmack und in der Herkunft der Zutaten, nicht in einer belegten gesundheitlichen Wirkung. Werbeaussagen zu gesundheitlichen Effekten unterliegen strengen rechtlichen Vorgaben und sollten entsprechend vorsichtig formuliert werden.
Ab welchem Alter dürfen Kinder Honigprodukte essen?
Honig sollte Säuglingen unter einem Jahr nicht gegeben werden, da er in seltenen Fällen Sporen von Clostridium botulinum enthalten kann, die für den kindlichen Darm ein Risiko darstellen. Für ältere Kinder ist Honig in normalen Mengen unbedenklich.
Wie viel Honig steckt wirklich in Honigbonbons und Honiggummibären?
Das ist von Rezeptur zu Rezeptur unterschiedlich. Während einfache Bonbons oft nur wenige Prozent Honig enthalten, setzen kleine Manufakturen und Imkereien meist deutlich größere Mengen ein, da der Honig hier den Geschmack maßgeblich prägen soll.
Kann man Honigbonbons auch ohne Zuckerthermometer herstellen?
Ja, mit der Wassertest-Methode: Ein Tropfen der heißen Masse wird in kaltes Wasser gegeben. Lässt er sich sofort zu einem harten, spröden Klümpchen formen, ist die Bonbonstufe erreicht. Ein Zuckerthermometer liefert jedoch deutlich zuverlässigere Ergebnisse.
Sind selbstgemachte Honiggummibären genauso lange haltbar wie gekaufte?
Nein. Industriell hergestellte Fruchtgummis enthalten meist zusätzliche Konservierungsstoffe und sind dadurch länger haltbar. Selbstgemachte Honiggummibären sollten gekühlt gelagert und innerhalb von zwei bis drei Wochen verzehrt werden.
Können auch Diabetiker Honigbonbons essen?
Honigbonbons enthalten wie normale Bonbons Zucker und Honig und beeinflussen daher den Blutzuckerspiegel. Menschen mit Diabetes sollten den Verzehr individuell mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt abstimmen. Diese Information ersetzt keine medizinische Beratung.
Weitere spannende Themen rund um die Imkerei
Wer mehr über die Produkte und die Arbeit eines Imkers erfahren möchte, findet hier weiterführende Themen:
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