Propolis

Propolis – das natürliche Schutzharz aus dem Bienenstock

Propolis ist eines der faszinierendsten Imkerprodukte überhaupt und wer Propolis vom regionalen Imker kauft, bekommt eine Qualität, die industrielle/importierte Produkte selten erreichen. Bienen stellen es selbst her und nutzen es zum Schutz ihres Bienenvolkes … und wir Menschen machen uns diese besondere Substanz seit Jahrhunderten zunutze..
Doch was genau ist Propolis, wie entsteht es und wofür wird es verwendet?

Wie stellen Bienen Propolis her?

Propolis ist kein klassisches Bienenprodukt wie Honig, sondern eine raffinierte Mischung, die die Bienen aus verschiedenen Materialien zusammenstellen:

  • Pflanzenharzen, die sie zum Beispiel von Pappeln, Birken oder Nadelbäumen sammeln
  • Wachs aus dem eigenen Stock
  • Pollen
  • körpereigenen Enzymen der Bienen

Die Sammelbienen tragen die klebrigen Harze an ihren Hinterbeinen in den Bienenstock ein – wenn du mal genau hinschaust, kannst du die kleinen “Höschen” manchmal sogar sehen. Dort wird das Rohmaterial von den Stockbienen weiterverarbeitet, vermischt und zu dem, was wir als Propolis kennen: ein zähes, harziges Schutzmaterial mit einem ganz charakteristischen, würzigen Duft.

Die genaue Zusammensetzung variiert übrigens je nach Region, Vegetation und Jahreszeit – jedes Propolis ist ein bisschen anders. Daher ist Probolis aus deiner Region sinnvoller als aus dem Rest der Welt, wie beim Honig!

Was machen Bienen mit Propolis?

Im Bienenvolk übernimmt Propolis eine zentrale Schutzfunktion. Die Bienen nutzen es, um:

  • Ritzen und Spalten im Bienenstock abzudichten – quasi als natürliche Isolierung
  • die Wabenstruktur zu stabilisieren (die losen Honigrämchen werden “festgeklebt”)
  • Fremdkörpern zu überziehen, die sie nicht aus dem Stock schaffen können (z. B. eine tote Maus – klingt makaber, ist aber aus Sicht der Bienengesundheit clever!)?
  • ein hygienisches Stockklima zu schaffen

Propolis wirkt im Bienenstock wie eine natürliche Schutzbarriere. Dadurch können die Bienen in einem vergleichsweise sauberen und geschützten Umfeld leben – beeindruckend, oder?

Bei meiner ehemaligen Imkerei hatte sich eine Maus im Frühjahr in einen Bienenstock einschleichen können… jedenfalls fanden wir sie bei eine regulären Durchsicht tot am Boden der Beute, vollständig mit Propolis überzogen.

Wie gewinnt der Imker Propolis?

Die Gewinnung von Propolis erfolgt schonend und gezielt durch den Imker, meist mit speziellen Propolisgitter. So läuft das ab:

  1. Der Imker legt das Gitter oben in den Bienenstock
  2. Die Bienen tun instinktiv das, was sie immer tun: Sie dichten die feinen Öffnungen mit Propolis ab
  3. Nach einer Weile entnimmt der Imker das Gitter und kühlt es (Gefrierschrank)
  4. Das verhärtete Propolis lässt sich dann mechanisch ablösen – manchmal bricht es förmlich ab

Anschließend wird das Rohpropolis gereinigt und, je nach Verwendungszweck, weiterverarbeitet z. B. zu Tinkturen oder Extrakten.

Wichtig: Gute Imker achten darauf, dem Bienenvolk nur überschüssiges Propolis zu entnehmen, damit der Schutz des Stocks erhalten bleibt.

Propolis wird in Alkohol angesetzt, um die wertvollen Inhaltsstoffe aus dem Bienenharz zu gewinnen.
Durch den Ansatz in Alkohol werden die wertvollen Bestandteile des Propolis gelöst und für die weitere Verarbeitung nutzbar gemacht.

Was macht man mit Propolis? – Verwendung & Produkte

Propolis wird seit Jahrhunderten geschätzt und ist heute vielseitig im Einsatz, unter anderem als:

  • Propolis-Tinktur, entweder alkoholisch oder alkoholfrei
  • Bestandteil von Salben und Cremes
  • Inhaltsstoff in Mund- und Zahnpflegeprodukten
  • Zusatz in Kosmetikprodukten
  • Zusatz in Honig

Viele Menschen schätzen Propolis wegen seiner traditionell überlieferten Eigenschaften – auch wenn in der EU gilt: Propolis ist kein Arzneimittel, daher dürfen keine Heilversprechen gemacht werden. Aber es gibt viele Studien dazu, hier zwei Beispiele:
Auswirkungen von Propolis auf Blutzucker, Blutfette und freie Radikale bei Ratten mit Diabetes mellitus
Auswirkungen von Propolis auf Entzündungsmarker bei Hämodialysepatienten

Ein kleiner Hinweis noch: Manche Menschen reagieren allergisch auf Propolis, vor allem wenn sie auch auf Pollen oder Bienenstiche empfindlich reagieren. Im Zweifel einfach vorher testen oder ärztlich abklären lassen.

Tipp für Endkunden: Wer Propolis kaufen möchte, sollte auf regionale Herkunft, Transparenz und den direkten Kontakt zum Imker achten. So weißt du genau, was du bekommst.

Propolis direkt vom Imker kaufen

Propolis vom Imker kaufen bedeutet: Du weißt, aus welchem Bienenstock es stammt, wie es gewonnen wurde und wer dahintersteht. Kein Zwischenhändler, keine unklare Herkunft – sondern direkte Verbindung zur Imkerei.

Auf imker-finder.de findest du Imkerinnen und Imker, die Propolis aus eigener Imkerei anbieten – regional, handwerklich gewonnen und nachvollziehbar hergestellt. Viele geben direkt an, wie sie Propolis gewinnen – schreib sie einfach an.

Drei Fläschchen mit flüssiger Propolis-Tinktur aus einer Imkerei
Nach der Herstellung wird die Propolis-Tinktur in kleine Braunglasflaschen abgefüllt. Das dunkle Glas schützt die wertvollen Inhaltsstoffe vor Licht.

 

Weitere spannende Themen rund um die Imkerei

Wer mehr über die Produkte und die Arbeit eines Imkers erfahren möchte, findet hier weiterführende Themen:

  • Honig – das bekannteste und vielseitigste Produkt der Honigbiene
  • Propolis – das natürliche Kittharz der Bienen
  • Bienenwachs – wertvoller Rohstoff für Kerzen, Kosmetik und mehr
  • Bienenwachskerzen – nachhaltige Kerzen mit natürlichem Duft
  • Blütenpollen – die Eiweißquelle des Bienenvolkes
  • Gelée Royale – das besondere Futtersaftprodukt der Honigbienen
  • Bienengift – ein außergewöhnliches Bienenprodukt mit langer Tradition
  • Oxymel – Honig und Essig mit jahrtausendealter Geschichte
  • Met – Honigwein, eines der ältesten alkoholischen Getränke der Menschheit
  • Imker sein – die vielfältigen Aufgaben eines Imkers im Jahresverlauf