Imkerarbeiten im Frühling

Imkerarbeiten im Frühling: Der Start ins neue Bienenjahr

Aus einem kleinen Wintervolk mit wenigen tausend Bienen kann innerhalb weniger Wochen ein Wirtschaftsvolk mit vierzig- bis fünfzigtausend Tieren werden. Kaum ein anderer Abschnitt des Bienenjahres verläuft so rasant wie der Frühling und kaum einer verlangt vom Imker so viel Aufmerksamkeit.

Die Imkerarbeiten im Frühling reichen von der ersten Kontrolle nach dem Winter über die Futterversorgung bis zum Aufsetzen der Honigräume und zur Schwarmkontrolle. Den Takt gibt dabei nicht der Kalender vor, sondern das Wetter, das Blütenangebot und vor allem die Entwicklung jedes einzelnen Volkes. Wer seine Völker aufmerksam beobachtet und rechtzeitig reagiert, legt in diesen Wochen die Grundlage für die gesamte Saison.

Wann beginnt der Frühling für den Imker?

Meteorologisch beginnt der Frühling am 1. März, astronomisch erst rund drei Wochen später zur Tagundnachtgleiche. Für die Bienen zählt keines von beidem – für sie beginnt das Frühjahr mit steigenden Temperaturen und wachsendem Pollen- und Nektarangebot.

Aussagekräftiger als jedes Datum ist deshalb die phänologische Entwicklung der Natur. Hasel, Weide, Ahorn, Löwenzahn und die Obstblüte zeigen, wie weit die Saison am eigenen Standort tatsächlich fortgeschritten ist. Auch die Völker selbst liefern Hinweise: zunehmender Flugbetrieb, Polleneintrag und ein wachsendes Brutnest signalisieren, dass die Entwicklung Fahrt aufnimmt.

Das erklärt auch, warum sich konkrete Termine für viele Imkerarbeiten im Frühling kaum nennen lassen. Während ein Volk in einer milden Weinbauregion bereits kräftig wächst, können Bienenvölker in höheren oder kühleren Lagen noch deutlich weiter zurückliegen.

Bienenstand zwischen Frühlingsblumen, perfektes Wetter für Imkerarbeiten im Frühling

Die ersten warmen Tage: beobachten statt sofort eingreifen

Nach einer kalten Phase herrscht an den ersten sonnigen Tagen plötzlich reger Flugbetrieb vor den Beuten. Die Bienen unternehmen ihren Reinigungsflug: Während des Winters entleeren sie sich normalerweise nicht im Stock, sondern sammeln den Kot in der Rektalblase, bis ein sicherer Ausflug möglich ist. Gelbliche Punkte rund um den Bienenstand sind danach zunächst kein Grund zur Sorge.

Für den Imker ist dieser Tag vor allem eine Gelegenheit zur Beobachtung: Fliegen alle Völker? Wird bereits Pollen eingetragen? Gibt es auffälligen Totenfall vor einzelnen Beuten? Nicht jeder milde Tag sollte dagegen gleich zum Öffnen aller Beuten genutzt werden. Bei noch niedrigen Temperaturen können lange Kontrollen den Wärmehaushalt des jungen Brutnestes unnötig stören.

Futterkontrolle: eine der wichtigsten Imkerarbeiten im Frühling

Ein Volk kann den gesamten Winter überstehen und trotzdem im zeitigen Frühjahr verhungern. Sobald die Königin größere Brutflächen anlegt, steigt der Energiebedarf des Volkes deutlich, während draußen oft noch keine ausreichende Tracht zur Verfügung steht.

Erfahrene Imkerinnen und Imker schätzen den Futtervorrat häufig schon durch vorsichtiges Anheben oder Kippen der Beute ab; eine genauere Einschätzung liefert das Wiegen oder die Kontrolle der Futterwaben bei geeigneter Witterung. Besonders kritisch wird eine längere Schlechtwetterperiode: Ein bereits stark brütendes Volk benötigt weiter Futter, obwohl die Sammlerinnen tagelang kaum ausfliegen können. Gerade im Frühjahr können deshalb wenige kalte oder verregnete Wochen über das Überleben eines Volkes entscheiden.

Bei akutem Mangel helfen beispielsweise geeignete Futterwaben aus gesunden Völkern oder eine situationsgerechte Notfütterung. Spätestens mit Beginn der Honigsaison muss dabei aber klar zwischen Fütterung und Honigernte getrennt werden: Eingebrachtes Futter darf später nicht als Honig geerntet werden.

Die erste große Frühjahrsdurchsicht

Sind Temperaturen und Witterung stabil genug, steht die erste gründlichere Durchsicht an. Dabei geht es nicht darum, jede einzelne Biene zu betrachten, sondern grundlegende Fragen zu klären: Hat das Volk den Winter gut überstanden? Ist es weiselrichtig? Sind Eier und Brut in unterschiedlichen Stadien vorhanden, wie groß ist das Brutnest, wie stark das Volk, reichen die Futterreserven und gibt es Hinweise auf Krankheiten?

Die Königin selbst muss dabei nicht zwingend gefunden werden. Sind Eier und junge Larven vorhanden und sieht das Brutbild normal aus, ist das bereits ein guter Hinweis auf eine legende Königin.

Diese erste Durchsicht liefert damit eine Art Bestandsaufnahme für die kommende Saison und macht sichtbar, dass nicht jedes Volk gleich stark aus dem Winter kommt. Entscheidend ist dann weniger die Größe als die Ursache: Eine kleine, aber gesunde Einheit mit guter Königin kann sich noch kräftig entwickeln, während ein weiselloses, drohnenbrütiges oder krankes Volk andere Entscheidungen verlangt, bis hin zur Vereinigung mit einem anderen Volk. Einen laufend aktualisierten Überblick zur regionalen Volksentwicklung bietet beispielsweise das Bieneninstitut Kirchhain.

Bei dieser Gelegenheit lohnt auch ein kurzer Blick auf Beutenboden und Waben: Etwas Totenfall und Wachskrümel sind nach dem Winter normal und kein Grund zur Sorge. Sehr alte, dunkle oder beschädigte Waben können nach und nach aus dem Volk entnommen werden. Solch eine Wabenhygiene ist dabei weniger ein einmaliger Frühjahrsputz als ein kontinuierlicher Prozess über das gesamte Bienenjahr.

Wachsendes Brutnest und der steigende Bedarf an Pollen

Im Frühjahr vollzieht sich im Volk ein enormer Wandel: Die langlebigen Winterbienen werden zunehmend durch neu geschlüpfte Arbeiterinnen ersetzt, während die Königin ihre Legeleistung steigert. Das kostet zunächst mehr, als es bringt: Larven müssen gefüttert und die wachsenden Brutflächen warmgehalten werden und erst einige Wochen später werden aus den heute gelegten Eiern zusätzliche Sammlerinnen.

Imker entzündet einen Smoker, um Bienen vor Arbeiten am Bienenstock zu beruhigen.

Während Nektar und Honig vor allem die Energieversorgung sichern, ist Pollen eine entscheidende Eiweiß- und Nährstoffquelle für die Brutaufzucht. Zu den wichtigen frühen Pollenspendern gehören je nach Standort Hasel, Erle, Krokus, Ahorn und verschiedene Obstgehölze; eine besondere Rolle spielen vielerorts Weiden, die früh im Jahr große Mengen Pollen und unter geeigneten Bedingungen auch Nektar liefern. Mit fortschreitendem Frühjahr wird das Angebot vielfältiger, bis Obstblüte, Löwenzahn und später große Rapsflächen das Landschaftsbild prägen.

Brutwabe mit zahlreichen Honigbienen – starke Bienenvölker sind die Voraussetzung für die Gewinnung von Bienenluft.

Auch die Drohnen kehren zurück

Mit zunehmender Volksstärke beginnt im Frühjahr auch wieder die Aufzucht der männlichen Honigbienen. Sie werden nicht zum Sammeln von Nektar oder Pollen benötigt, ihre biologische Aufgabe ist die Begattung junger Königinnen – dass ein starkes Volk im Frühjahr Drohnenbrut anlegt, gehört deshalb zur natürlichen Entwicklung.

In verschiedenen Betriebsweisen wird ein Drohnen- oder Baurahmen eingesetzt, in dem die Bienen bevorzugt Drohnenzellen errichten. Verdeckelte Drohnenbrut wird teilweise auch im Rahmen der biotechnischen Varroakontrolle entnommen, da sich Varroamilben besonders häufig in Drohnenbrut vermehren. Die Drohnenbrutentnahme kann den Befallsdruck reduzieren, ersetzt aber kein Varroakonzept für das gesamte Bienenjahr.

Mehr Platz, mehr Verantwortung: Erweiterung und Honigraum

Aus dem kleinen Wintervolk wird binnen weniger Wochen ein starkes Wirtschaftsvolk und der Imker muss rechtzeitig ausreichend Raum bereitstellen. Je nach Beutensystem gehören dazu das Erweitern des Brutraums, das Einhängen von Mittelwänden oder ausgebauten Waben und später das Aufsetzen weiterer Zargen. Wird ein schwaches Volk zu früh oder zu stark erweitert, muss es Raum klimatisieren, den es noch nicht braucht; erfolgt die Erweiterung zu spät, entsteht Platzmangel. Die Entwicklung des einzelnen Volkes entscheidet, nicht das Kalenderdatum.

Dasselbe gilt für den Honigraum. Eine allgemeingültige Antwort auf die Frage „Wann muss der Honigraum aufgesetzt werden?“ gibt es deshalb nicht: Volksstärke, Brutentwicklung, Trachtsituation und Standort bestimmen den richtigen Zeitpunkt. Kommt der Honigraum deutlich zu spät, lagern die Bienen verstärkt Nektar im Brutraum ein, das kann den Platz für die Königin einschränken und zusammen mit weiteren Faktoren Schwarmstimmung begünstigen.

Dabei gilt: Eine üppige Blüte bedeutet noch keinen ebenso großen Honigertrag. Ob eine Pflanze tatsächlich Nektar abgibt, hängt unter anderem von Pflanzenart, Temperatur, Bodenfeuchtigkeit und Witterung ab; Wind oder längere Regenperioden können zusätzlich verhindern, dass die Bienen eine vorhandene Frühtracht ausreichend nutzen. Deshalb kann ein Frühjahr optisch voller Blüten sein und trotzdem wenig Honig bringen – während wenige günstige Tage während einer ergiebigen Tracht zu erheblichen Einträgen führen können. Gute Völkerführung bedeutet deshalb, Bienen und Natur zu beobachten statt nach Datum zu arbeiten.

Die Schwarmzeit beginnt

Mit der rasanten Volksentwicklung nähert sich eines der faszinierendsten Ereignisse des Bienenjahres: die Schwarmzeit. Das Schwärmen ist keine Fehlfunktion des Bienenvolkes, sondern seine natürliche Form der Vermehrung. Ein Teil der Arbeiterinnen verlässt gemeinsam mit der bisherigen Königin die Beute, im zurückbleibenden Volk entwickelt sich eine neue Königin. Aus einem Bienenvolk können so auf natürlichem Weg zwei werden. Für den Imker bedeutet die Schwarmzeit allerdings zusätzliche Arbeit.

Volksstärke, Platzverhältnisse, Trachtverlauf, Genetik und Alter der Königin können die Schwarmneigung beeinflussen, weshalb starke Völker während der Schwarmzeit regelmäßig auf entsprechende Anzeichen kontrolliert werden. Dabei ist nicht jedes kleine Näpfchen am Wabenrand bereits ein sicherer Hinweis auf unmittelbar bevorstehendes Schwärmen. Solche Spielnäpfchen können auch vorhanden sein, ohne dass das Volk tatsächlich in Schwarmstimmung ist. Werden sie dagegen bestiftet und befinden sich Larven mit Futtersaft darin, wird die Situation deutlich interessanter. Auch der Entwicklungsstand vorhandener Weiselzellen spielt eine Rolle: Wird eine Schwarmzelle verdeckelt, kann der Vorschwarm bei geeigneten Bedingungen bereits kurz davor stehen, die Beute zu verlassen.

Schwarmkontrolle ist mehr als Weiselzellen brechen

Rechtzeitig ausreichend Raum zu geben, kann helfen, schwarmfördernden Platzmangel zu vermeiden. Hat ein Volk jedoch bereits ausgeprägte Schwarmstimmung entwickelt, reicht ein zusätzlicher Honigraum allein häufig nicht mehr aus. Je nach Betriebsweise stehen dem Imker unterschiedliche Methoden der Schwarmkontrolle zur Verfügung. Auch das bloße wiederholte Entfernen von Weiselzellen beseitigt nicht zwangsläufig die Ursachen der Schwarmstimmung.

Honigbienen im Anflug auf eine natürliche Bienenwabe.

Trotz aller Kontrollen kann es passieren, dass ein Schwarm abgeht. Dann verlassen tausende Bienen gemeinsam mit ihrer Königin den Stock und sammeln sich zunächst häufig als Schwarmtraube an einem Ast, Strauch, Zaun oder anderen geeigneten Ort, während Spurbienen von dort aus nach einer neuen Behausung suchen. Wird der Schwarm rechtzeitig entdeckt und ist er erreichbar, kann ihn ein erfahrener Imker einfangen und daraus wieder ein eigenständiges Bienenvolk bilden.

Honigbienen am Flugloch einer Ablegerbeute im Frühling

Ableger: Aus einem Volk werden mehrere

Starke Bienenvölker ermöglichen im späteren Frühjahr außerdem die gezielte Bildung von Ablegern. Dafür werden – abhängig vom jeweiligen Verfahren – Bienen, Brut und Futter aus einem bestehenden Volk entnommen und zu einer neuen Einheit zusammengestellt. Diese kann eine bereits begattete Königin erhalten oder unter geeigneten Voraussetzungen selbst eine neue Königin nachziehen. Das Frühjahr eignet sich besonders gut dafür: Starke Wirtschaftsvölker verfügen über ausreichend Bienen und Brut, während den neu gebildeten Einheiten noch viele Monate bleiben, um sich bis zum nächsten Winter zu entwickeln.

Ableger dienen nicht nur dazu, den eigenen Völkerbestand zu vergrößern. Sie können als Reserve für mögliche Völkerverluste dienen, Teil des Schwarmmanagements sein und je nach Verfahren auch in ein Konzept zur Varroakontrolle eingebunden werden. Parallel beginnt damit die Saison der Königinnenzucht: Junge Königinnen werden nachgezogen, begattet und anschließend für Ableger, neue Völker oder zur Umweiselung bestehender Völker verwendet.

Varroa und Bienengesundheit im Frühjahr

Mit dem Wachstum der Völker entwickelt sich auch ihr wichtigster Parasit weiter: Varroa destructor vermehrt sich in der verdeckelten Brut, sodass mit dem stark wachsenden Brutumfang auch ihre Vermehrungsmöglichkeiten zunehmen.

Im Frühjahr steht normalerweise noch nicht die spätere Hauptbehandlung im Mittelpunkt. Trotzdem beginnt wirksames Varroamanagement nicht erst nach der Honigernte: Je nach Betriebskonzept können bereits jetzt biotechnische Verfahren wie die Entnahme verdeckelter Drohnenbrut eingesetzt werden, auch spätere Ablegerbildung und damit verbundene Brutunterbrechungen können Bestandteil eines Gesamtkonzeptes sein. Einzelne Maßnahmen ersetzen jedoch kein durchdachtes Varroakonzept für das gesamte Jahr. 

Bei jeder Durchsicht lohnt zudem ein Blick über Königin und Brutnest hinaus: Ein auffälliges oder lückenhaftes Brutbild, verkrüppelte Bienen, ungewöhnlicher Geruch, auffällige Kotspuren oder eine unerklärlich schwache Entwicklung können auf gesundheitliche Probleme hindeuten. Besondere Aufmerksamkeit verlangt der Verdacht auf die Amerikanische Faulbrut, eine anzeigepflichtige Tierseuche. Bei einem begründeten Verdacht sollte deshalb nicht auf eigene Faust experimentiert, sondern die zuständige Veterinärbehörde bzw. fachkundige Beratung eingeschaltet werden.

Wasser, Ausrüstung und Dokumentation

Neben Pollen und Nektar brauchen Bienen im Frühjahr auch Wasser, unter anderem im Zusammenhang mit Brutpflege und Futterverarbeitung. Fehlen geeignete natürliche Wasserstellen, kann eine eigene Bienentränke mit sicheren Landemöglichkeiten sinnvoll sein. Am besten wird die Bienentränke frühzeitig eingerichtet, denn haben sich Bienen erst an Nachbars Gartenteich oder Swimmingpool gewöhnt, lassen sie sich nur schwer davon überzeugen, dass der Imker inzwischen eine bessere Alternative bereitgestellt hat.

Auch die Ausrüstung sollte bereitstehen, bevor der Druck steigt: eingelötete Mittelwände, einsatzbereite Honigräume, zusätzliche Beuten, Rähmchen, Ablegerkästen und Material zum Schwarmfang. Gerade während der Schwarmzeit kann sich die Situation innerhalb weniger Tage ändern. Stockkarten, Apps oder einfache Notizen helfen außerdem dabei, Volksstärke, Futterlage, Brutentwicklung, Erweiterungen und Auffälligkeiten für jedes Volk festzuhalten. Gerade im Frühjahr zeigt sich durch solche Dokumentationen schnell, welche Völker der Entwicklung vorauseilen und welche zurückbleiben.

Vom Wintervolk zum Wirtschaftsvolk

Zu Beginn des Frühjahrs stehen für den Imker Futterversorgung und Gesundheitskontrolle im Mittelpunkt, wenige Wochen später bereits Erweiterung, Honigraum, Schwarmkontrolle und Ableger. Die Imkerarbeiten im Frühling lassen sich deshalb nur bedingt an einem festen Kalender festmachen – ein Blick in das Volk und auf die blühende Landschaft ist meist aussagekräftiger als jedes Datum.

Wer seine Bienen aufmerksam beobachtet, rechtzeitig Platz schafft und auf ihre tatsächliche Entwicklung reagiert, legt in diesen Wochen den Grundstein für die gesamte weitere Saison. Was im Winter noch ein kleines, dicht gedrängtes Volk war, ist nun kraftvoll und flugbereit und mit zunehmendem Nektareintrag, Honigreife und der ersten Ernte beginnt bereits der nächste Abschnitt des Bienenjahres.

Wie sich die Völker über den Winter entwickelt haben, liest du in unserem Beitrag zu den Imkerarbeiten im Winter. Einen Überblick über alle Jahreszeiten findest du auf unserer Seite Imker sein.

Häufige Fragen zu den Imkerarbeiten im Frühling

Wann beginnen die Imkerarbeiten im Frühling? Ein festes Datum gibt es nicht. Entscheidend sind steigende Temperaturen, der erste Reinigungsflug und der Zustand der Völker vor Ort. Je nach Region und Witterung können erste Arbeiten bereits im Februar beginnen, während sich die Entwicklung in kühleren Regionen deutlich nach hinten verschiebt.

Ablegerkästen einer Imkerei mit mehreren Bienenvölkern an einem Bienenstand - ein Bienenprodukt für Imker, denn Bienenableger lassen sich so verpackt sehr gut kaufen, verkaufen und transportieren

Wie erkenne ich, ob mein Volk genug Futter hat? Durch vorsichtiges Anheben oder Kippen der Beute lässt sich das Gewicht grob einschätzen. Genauer sind das Wiegen der Beute oder bei geeigneter Witterung eine Kontrolle der vorhandenen Futterwaben. Gerade bei wachsendem Brutnest und längeren Schlechtwetterperioden sollte die Futterversorgung im Auge behalten werden.

Wann sollte der Honigraum aufgesetzt werden? Ein festes Kalenderdatum gibt es nicht. Volksstärke, Brutentwicklung und die beginnende Tracht sind entscheidend. Der Honigraum sollte zur Verfügung stehen, bevor größerer Nektareintrag zu Platzproblemen führt. Zu spätes Erweitern kann das Verhonigen des Brutraums und zusammen mit weiteren Faktoren Schwarmstimmung begünstigen.

Wie erkenne ich beginnende Schwarmstimmung? Ein starkes Volk allein bedeutet noch keine Schwarmstimmung. Aussagekräftiger sind bestiftete bzw. mit Larven belegte Weiselzellen und deren weitere Entwicklung. Unbestiftete Spielnäpfchen können dagegen auch vorhanden sein, ohne dass ein Schwarm unmittelbar bevorsteht. Während der Schwarmzeit werden starke Völker deshalb regelmäßig kontrolliert.

Honigbiene trinkt Wasser am Rand einer Wasserstelle und versorgt damit ihr Bienenvolk.

Muss die Varroabehandlung schon im Frühjahr beginnen? Die klassische Hauptbehandlung erfolgt meist erst nach der Honigernte. Varroamanagement ist jedoch eine Aufgabe für das gesamte Bienenjahr. Im Frühjahr können je nach Betriebsweise beispielsweise biotechnische Maßnahmen wie die Entnahme verdeckelter Drohnenbrut eingesetzt werden, um die Entwicklung der Milbenpopulation zu beeinflussen.